Luxemburg als Immobilienstandort gewinnt weiter an Attraktivität

Bereits seit den 90er Jahren ist Luxemburg als Standort für Immobilienfonds für institutionelle Anleger sehr beliebt.

Die positiven Auswirkungen der verschiedenen Gesetzesänderungen – insbesondere die Reform des Spezialfondsgesetzes in 2007 und der daraus entstandene heutige SIF (Specialized Investment Fund) sowie auch die Novellierung der SCS (Luxemburger Kommanditgesellschaft) und der SCSp in 2014, sind direkt aus den Zulassungsstatistiken der Luxemburger Aufsicht CSSF ablesbar: Die Zahl der Fonds stieg in beiden Fällen merklich an, d.h. die neuen Produkte fanden gleichermaßen Anklang bei Initiatoren und Immobilienfondsanlegern.

Erfolgstory SCSp

Das heute zu 80% in Luxemburger Immobilienspezialfondsvermögen angelegte Vermögen hat sich seit 2008 nahezu verdreifacht, die Anzahl der SCSp hat sich im Zeitraum von 2014 bis Februar 2016 in nur zwei Jahren nahezu verfünffacht  und beträgt nun 990.

Gerade das Interesse von Initiatoren deutscher Provenienz am Standort Luxemburg ist nach wie vor groß: Gemäß des Alfi Surveys 2015 stammen 55% der Initiatoren von in 2015 aufgelegten Immobilienfonds aus Deutschland.

Neben den positiven Entwicklungen, die sich möglicherweise aus dem in 2015 veröffentlichten Grünbuch zur Kapitalmarktunion auch und besonders für Luxemburg  – ELTIF und frischer Wind für Verbriefungen seien nur als Beispiele genannt – ergeben werden, finde ich momentan eine Entwicklung in Luxemburg besonders interessant:

Der neue RAIF (Reserved Alternative Investment Fund) – vielversprechend

Die bevorstehende Einführung des RAIF (Reserved Alternative Investment Fund) in Luxemburg wird sicher den eingangs beschriebenen positiven Einfluss neuer Fondstypen auf das in Luxemburg verwaltete Immobilienvermögen weiter fortsetzen. Dies natürlich auch vor dem Hintergrund der Niedrigzinsphase und der ungebrochenen Nachfrage nach Immobilieninvestments.

Der neue Fondstypus gleicht sehr stark dem SIF (mögliche Rechtsformen, Umbrellastruktur, Mindestkapital, Berichtspflichten etc.), unterscheidet sich aber in einem wesentlichen Aspekt von diesem: Er bedarf keiner Zulassung durch die Luxemburger Aufsichtsbehörde CSSF und erlaubt damit eine viel schnellere Fondsauflage. Die Gründung des RAIF muss lediglich durch notarielle Urkunde bestätigt werden.

Sollte bei einem SIF Projekt vom Projektstart bis hin zur Genehmigung mit etwa 4-6 Monaten gerechnet werden, so rechnen wir derzeit damit, dass ein RAIF in nur 1 bis 2 Wochen gegründet werden kann. Dies ist natürlich dann von Vorteil, wenn eine Ankaufstransaktion schnell umgesetzt werden soll, dann erspart es die derzeit in einem solchen Fall häufig erforderliche Gründung einer unregulierten Gesellschaft und deren späterer Zulassung durch die CSSF.

Die Verwaltung eines RAIFs muss zwingend von einem zugelassenen AIFM (Alternative Investment Fund Manager) übernommen werden und so kann man den RAIF als „indirekt reguliertes Fondsvehikel“ bezeichnen. Der RAIF wird als europäischer Alternativer Investmentfonds (AIF) auch über den Vertriebspass für professionelle Investoren verfügen.

Unser deutschsprachiges Real Estate Team bei PwC Luxemburg veranstaltet gemeinsam mit unseren PwC Kollegen in Deutschland in regelmäßigen Abständen eine „Deutschland –Luxemburg Roadshow“, bei der wir Luxemburger Immobilienfondsprodukte vorstellen und speziell für Anleger mit Produkten vergleichen. Auch in 2016 haben wir eine solche Veranstaltung in Frankfurt, München und Hamburg organisiert. Einen Ausschnitt der Veranstaltungsunterlagen mit interessanten vergleichenden Darstellungen beider Standorte finden Sie hier: Standortwahl- ImmoFonds Deutschland versus Luxemburg.

16. Juni 2016

 

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Autor

Catherine Rückel

Catherine Rückel betreut seit vielen Jahren in die Auflage und Strukturierung von Investmentfonds sowohl steuerlich als auch aus prüferischer Sicht. Sie verfügt über eine große Erfahrung im Bereich der Strukturierung von Real Estate Fonds für deutsche Anleger, hier insbesondere für Family Offices und institutionelle Anleger. Als Verfasserin zahlreicher Fachbeiträge ist sie regelmäßig Sprecherin bei verschiedenen internationalen Fonds Konferenzen. Nach verschiedenen leitenden Positionen innerhalb PwC Luxemburgs ist Catherine seit 1. Juli 2015 Mitglied des Vorstands von PwC Luxemburg und in dieser Funktion verantwortlich für Strategieentwicklung.

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