Healthcare in Asien wächst dynamisch

Die Dynamik auf den weltweiten Gesundheitsmärkten hält weiterhin an. Besonders in Asien sind die Wachstumsraten mit 15 bis 20 Prozent pro
Jahr sehr hoch.

Diese Dynamik wird sowohl von der demografischen Entwicklung hin zu einer weltweit immer älter werdenden Bevölkerung, als auch von der Verwestlichung der asiatischen Gesellschaften getragen.

Was macht den Gesundheitssektor so interessant für Investments? Zunächst spricht die demografische Entwicklung für die Branche. So werden in 35 Jahren wohl über neun Milliarden Menschen auf unserer Erde leben, was einem Wachstum von ungefähr 30 Prozent entspricht. Im gleichen Zeitraum wird sich jedoch die Zahl der Menschen über 60 Jahren verdreifachen, das Durchschnittsalter also stark ansteigen. Da viele Erkrankungen wie Krebs oder Herz-Kreislauf-Krankheiten verstärkt im höheren Alter auftreten, führt dies zu einer größeren Nachfrage nach Gesundheitsleistungen. Man kann allein auf diese Faktoren bezogen von einem durchschnittlichen globalen Branchenwachstum von drei Prozent pro Jahr ausgehen.

Überalterung
Quelle: United Nations, Population Division

Länder wie China und Südkorea beispielsweise zählen zu den am schnellsten alternden Gesellschaften der Welt. Während Innovationen vor allem aus den westlichen Ländern kommen, spricht für den asiatischen Markt, dass dort neue Gesundheitssysteme überhaupt erst aufgebaut werden und eine moderne medizinische Infrastruktur geschaffen wird.  Zusätzlich sieht man in Asien eine Verwestlichung der Gesellschaft. Die Menschen haben weniger Bewegung bei gleichzeitig steigender Kalorienaufnahme. Das führt zu Problemen wie Übergewicht, Diabetes und anderen Zivilisationskrankheiten, auf die reagiert werden muss. Allein in China gibt es über 100 Millionen Diabetiker und nur 10 Prozent davon sind passend mit Medikamenten versorgt. Viele haben noch gar keine Diagnose. Mittlerweile hat auch die Politik dieses enorme Gefahrenpotenzial für das Land erkannt.

Globale Überalterung

Eine Wirtschaft kann nur stark sein, wenn die Bevölkerung gesund ist. Je besser die Bevölkerung aufgeklärt ist, desto mehr Produkte können die entsprechenden Unternehmen verkaufen. China etwa hat erst vor wenigen Jahren eine obligatorische Krankenversicherung eingeführt. Inzwischen sind 95 Prozent der Chinesen krankenversichert. Auch wenn der Leistungskatalog bei vielen Versicherten noch sehr klein ist, wird er doch stetig ausgebaut. Dadurch erhalten immer mehr Menschen Zugang zu medizinischen Produkten. Gleichzeitig wurde sehr stark in Infrastruktur investiert, viele Krankenhäuser wurden gebaut. Und in den meisten aufstrebenden Ländern wird der Gesundheitsmarkt inzwischen staatlich gefördert. Er ist zu einem politischen Steuerungsinstrument geworden. Im aktuellen Fünfjahresplan hat die chinesische Regierung festgeschrieben, dass der Anteil des Gesundheitssektors am Bruttosozialprodukt von fünf auf sieben Prozent steigen soll.

Entwicklung der globalen Mittelklasse – Asien Pazifik versechsfacht sich
Quellen: OECD: The Emerging Middle Class in Developing Countries, 2010

Anders verhält es sich in Japan, dem Land mit der weltweit höchsten Lebenserwartung und der stärksten Überalterung. Dementsprechend ist natürlich auch der Kostendruck innerhalb des japanischen Gesundheitssystems sehr hoch. Eine einfache, aber hocheffektive Möglichkeit, die Kosten zu senken, ist der verstärkte Einsatz von Generika, also wirkstoffgleichen Kopien von Markenmedikamenten, deren Patentschutz bereits abgelaufen ist. Denn nach Ablauf des Patentschutzes werden die Medikamente um bis zu 80 Prozent billiger. Hier hat Japan nach wie vor Aufholbedarf, da die Generika-Durchdringungsraten immer noch weit hinter anderen Industrieländern wie zum Beispiel Deutschland liegen. Deshalb steuert die japanische Regierung durch Anreizprogramme dagegen, wovon vor allem lokale Hersteller profitieren.

Verwestlichung der asiatischen Bevölkerung

Neben der demografischen Entwicklung sind es aber auch neue Technologien und Innovationen, die zur Attraktivität des asiatischen Healthcare-Sektors für Anleger beitragen. Großer Wettbewerb herrscht beispielsweise auf dem zukunftsträchtigen Feld Mobile Healthcare. Smartphone-Apps werden in China das Hauptmittel, um User bzw. Patienten zu erreichen. Es gibt auf diesem Gebiet viele gute Ideen von kleinen Firmen. Das Zeitfenster für First Mover ist jedoch schmal, kreative Ansätze werden schnell kopiert. Aber auch große Unternehmen wie Alibaba Health, Tencent oder Xiaomi investieren massiv in diesen Bereich. Die Entwicklungen im Bereich der neuen Technologien sind dabei keinesfalls auf China beschränkt, sondern in vielen Ländern Asiens ein Thema. So gibt es beispielsweise in Singapur eine „Smart Nation“-Initiative mit dem Ziel, neue Technologien so einzusetzen, dass sie die Lebensqualität der Bewohner erhöhen.

Langfristtrend: Globale Überalterung
Quelle: WHO, World Report on Ageing and Health, 2015

Durch passive Investmentansätze kann man in das attraktive Marktsegment Asia Pacific Healthcare nur eingeschränkt investieren, da die meist marktgewichteten Indizes ein deutliches „Japan-Übergewicht“ mit sich bringen. Deshalb scheint gerade hier ein aktiver Ansatz lohnenswert zu sein. Die Regensburger Lacuna AG hat bereits seit mehr als 10 Jahren in Kooperation mit Bellevue Asset Management einen aktiven Investmentfonds auf dem Markt, der sich auf die asiatische Healthcare-Branche fokussiert.

19. September 2016

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Zusammengefasst
  • Der asiatische Gesundheitsmarkt wächst dynamisch.
  • Demografie und Änderung des Lebensstils sind die großen Treiber
  • Länder wie Japan, China und Südkorea bieten attraktive Chancen
  • Technologische Entwicklung schreitet zügig voran
  • Aktiver Managementansatz ist sinnvoll
Autor

Ingo Grabowsky

Ingo Grabowsky ist seit 2007 für die Lacuna Unternehmensgruppe tätig. Er betreut als Vertriebsdirektor für die Bereiche Healthcare und Erneuerbare Energien Key Accounts für die Lacuna AG und ist zudem als Prokurist im Bereich Vertrieb und Marketing verantwortlich.
Der ausgebildete Bankbetriebswirt und Vermögensberater ist ein ausgewiesener Kapitalmarktexperte im Bereich Retail und Wholesale. Sein Handwerk gelernt hat Grabowsky ursprünglich bei der Sparkasse Regensburg. Im Anschluss war er als Vermögensberater sowie Kirchenstiftungsberater bei einer süddeutschen Kirchenbank tätig.

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