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Nachgefragt … diesmal: FINANZ’19 in Zürich

Die größte Schweizer Finanzmesse öffnet am 22. und 23. Januar 2019 in Zürich ihre Türen für über 90 ausstellende Unternehmen und stellt somit einen neuen Ausstellerrekord auf. Sie dürfen sich auf ein abwechslungsreiches Programm freuen. Unter den Referenten ist unter...
14. Dezember 2018

Nachgefragt … diesmal: FINANZ’19 in Zürich

Die größte Schweizer Finanzmesse öffnet am 22. und 23. Januar 2019 in Zürich ihre Türen für über 90 ausstellende Unternehmen und stellt somit einen neuen Ausstellerrekord auf. Sie dürfen sich auf ein abwechslungsreiches Programm freuen. Unter den Referenten ist unter anderem auch der frühere britische Premierminister Gordon Brown.

Sonja Becker

Sonja Becker ist im Bereich Relationship Management Coordination bei Hauck & Aufhäuser Fund Services S.A. tätig. In dieser Position unterstützt sie die Kundenbetreuung bei Projekten, Veranstaltungen, Messeauftritten und weiteren Vertriebsthemen. Zudem ist sie verantwortlich für die FondsTrends Plattform, koordiniert die Veröffentlichung der Beiträge und ist Ansprechpartnerin für Autoren. Die Europasekretärin mit einem Bachelor Professional of Business CCI Abschluss verfügt über 12 Jahre Erfahrung am Finanzplatz Luxemburg.

„Nachhaltigkeit wird Mainstream“

Ein wesentlicher Fondstrend der vergangenen zwei Jahre ist das Thema ESG. Nachhaltiges Investieren gewinnt durch politische Förderung und verändertes Investorenverhalten immer mehr an Bedeutung. Am 29. November 2018 wurde auf dem Frankfurter Römerberg zum vierten Mal das FNG-Siegel an nachhaltige...
3. Dezember 2018

„Nachhaltigkeit wird Mainstream“

Ein wesentlicher Fondstrend der vergangenen zwei Jahre ist das Thema ESG. Nachhaltiges Investieren gewinnt durch politische Förderung und verändertes Investorenverhalten immer mehr an Bedeutung. Am 29. November 2018 wurde auf dem Frankfurter Römerberg zum vierten Mal das FNG-Siegel an nachhaltige Investmentfonds vergeben.

Lothar Antz

Lothar Antz (Jahrgang 1963) ist Geschäftsführer der Ökorenta Luxemburg GmbH. Zu Beginn seiner Karriere war er zehn Jahre im genossenschaftlichen Bereich in Luxemburg tätig, unter anderem bei Union Investment und als Geschäftsführer bei attrax. Danach leitete er für 3 Jahre den Vertrieb der Dexia Assetmanagement in Deutschland. Daraufhin war Lothar Antz für fünf Jahre Geschäftsführer bei GIP Invest und anschließend fünf Jahre geschäftsführender Gesellschafter bei Bonafide Invest Luxemburg. Seit drei Jahren ist er für Ökorenta Luxemburg tätig.

Roland Kölsch

Roland Kölsch (Jahrgang 1974, Diplom-Betriebswirt FH) ist seit Januar 2017 Geschäftsführer bei der Gesellschaft für Qualitätssicherung nachhaltiger Geldanlagen (GNG), eine hundertprozentige Tochter des Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG) e.V. mit Sitz in Berlin. Zuvor war er u.a. als Fondsmanager bei Deutsche Asset Management und Dexia Asset Management sowie als Leiter Asset Management bei Alternative Bank Schweiz AG tätig. Zudem unterrichtete er mehrere Jahre an der Frankfurt School of Finance & Management.

Der nordische Weg bei der Geldanlage

FondsTrends im Austausch mit den Portfolio- und Business Development-Managern der fünf ausrichtenden Fondsgesellschaften des Nordic Investment Managers Forum (NIMF) über neue Ideen und Erfahrungen.
17. Oktober 2018

Der nordische Weg bei der Geldanlage

FondsTrends im Austausch mit den Portfolio- und Business Development-Managern der fünf ausrichtenden Fondsgesellschaften des Nordic Investment Managers Forum (NIMF) über neue Ideen und Erfahrungen.

Sonja Becker

Sonja Becker ist im Bereich Relationship Management Coordination bei Hauck & Aufhäuser Fund Services S.A. tätig. In dieser Position unterstützt sie die Kundenbetreuung bei Projekten, Veranstaltungen, Messeauftritten und weiteren Vertriebsthemen. Zudem ist sie verantwortlich für die FondsTrends Plattform, koordiniert die Veröffentlichung der Beiträge und ist Ansprechpartnerin für Autoren. Die Europasekretärin mit einem Bachelor Professional of Business CCI Abschluss verfügt über 12 Jahre Erfahrung am Finanzplatz Luxemburg.

„Wir nennen das, was wir machen, ‚Infondsmation‘.“

Einer der bekanntesten Fondsexperten in Deutschland ist Björn Drescher. Er gründete 1997 die auf Finanzinformationen fokussierte Drescher & Cie GmbH (mittlerweile Drescher & Cie AG) und initiierte den Fondsbrief „Fonds Scout“ sowie ein Jahr später den Fondsbrief „Fonds im Visier“.
4. Oktober 2018

„Wir nennen das, was wir machen, ‚Infondsmation‘.“

Einer der bekanntesten Fondsexperten in Deutschland ist Björn Drescher. Er gründete 1997 die auf Finanzinformationen fokussierte Drescher & Cie GmbH (mittlerweile Drescher & Cie AG) und initiierte den Fondsbrief „Fonds Scout“ sowie ein Jahr später den Fondsbrief „Fonds im Visier“.

Björn Drescher

Björn Drescher (*1970) studierte nach einer militärischen Laufbahn mit Ernennung zum Reserve-Offizier BWL in Köln und absolvierte eine Ausbildung zum Finanzwirt. Er ist seit mehr als 25 Jahren selbst Fondsinvestor, Branchenbeobachter und Unternehmer. Als Geschäftsführer der in Köln ansässigen Drescher & Cie AG verlegt er unter anderem den Börsenbrief „Fonds Scout“, betreibt den Blog „Fondsgedanken“ und rief das Online-Portal „Die Fondsplattform“ ins Leben. Er gehört als Mitglied diverser Vorstände, Aufsichts- und Beiräte, aber auch als Berater, Referent, Autor und Kolumnist zu den vielseitigsten und gefragtesten Kennern der deutschen Investmentbranche.

Emerging Markets – Wenn Sie Wachstum mögen, kaufen Sie Value

Schwellenländeraktien haben seit Anfang 2016 Hochkonjunktur, mittel- bis langfristige Treiber bleiben weiterhin intakt – und das Universum bietet noch mehr Value für diejenigen, die bereit sind, zu selektieren.
22. Mai 2018

Emerging Markets – Wenn Sie Wachstum mögen, kaufen Sie Value

Schwellenländeraktien haben seit Anfang 2016 Hochkonjunktur, mittel- bis langfristige Treiber bleiben weiterhin intakt – und das Universum bietet noch mehr Value für diejenigen, die bereit sind, zu selektieren.

David Orr

David Orr wurde 1977 in England geboren. 2007 kam er als Equity Analyst zur Sparinvest und wurde 2009 zum Portfolio Manager befördert. Seit 2012 ist er Senior Portfolio Manager und ist Mitglied des Anlageausschusses, der die Entwicklung und Implementierung einer verantwortungsbewussten Investment Policy der Sparinvest fördert. Bevor er zu Sparinvest kam, war Orr bei Daiwa Securities in London, wo er im Bereich Equity Sales für Japan tätig war. Vorher arbeitete er in Japan, hauptsächlich für die lokale Regierung. Orr verfügt über einen B.A. der Oxford Universität in englischem und französischem Recht sowie einen M.A. in Advanced Japan Studies der Sheffield Universität.

Jesper Schmidt

2013 kam Jesper Schmidt zur Sparinvest ins Sales Team. Als Regional Director ist er verantwortlich für Institutional Sales in Deutschland. Bevor er zu Sparinvest kam, arbeitete er sieben Jahre für einen anderen Asset Manager, bei dem er die Einführung des Middle Offices begleitete und später in den Bereich Institutional Sales wechselte. Er startete seine Karriere in der Finanzbranche 1995 und besitzt einen Master in Banking & Finance von der Luxembourg School of Finance.

Mikkel Strørup

Mikkel Strørup kam 2013 zur Sparinvest. Seit 2015 ist er als Regional Director mit verantwortlich für den internationalen Fondsvertrieb, insbesondere für die institutionellen Kunden in Luxemburg, der Schweiz, Großbritannien und Asien. Mikkel kommt aus dem Handels-, Ausbildungs- und Tourismussektor und hat in Luxemburg, Dänemark und Spanien gearbeitet. Hauptsächlich tätig war er in China, für dessen Sprache, Kultur und Wirtschaft er sich besonders interessiert. Mikkel spricht zehn Sprachen und ist seit 2011 im Finanzsektor tätig. Kommunikation und Kundenbetreuung liegen ihm besonders am Herzen, was u.a. seiner Ausbildung in Sozialwissenschaften geschuldet ist.

Schreiben der BaFin: Tätigkeit der KVG oder der extern verwalteten AIF-Investmentgesellschaft?

27. Februar 2017

Auslegungsschreiben der BaFin: Tätigkeit der KVG oder der extern verwalteten AIF- Investmentgesellschaft

Am 03.02.2017 hat die BaFin unter dem Geschäftszeichen WA 41-Wp 2100-2016/0001 ein Auslegungsschreiben zu den Tätigkeiten einer Kapitalverwaltungsgesellschaft und der von ihr extern verwalteten AIF-Investmentgesellschaft („Auslegungsschreiben“) zur Konsultation gestellt. Während die Verwaltung eines Sondervermögens mangels Rechtspersönlichkeit stets einer KVG obliegt, kann sich eine Investmentgesellschaft auch selbst verwalten.

Zuvorderst geht es in dem Auslegungsschreiben allerdings um die Frage, welche Geschäfte die KVG in eigenem Namen und welche in fremdem Namen, also im Namen der Investmentgesellschaft, abschließt. Die kollektive Vermögensverwaltung sei originäre Aufgabe der extern verwaltenden Kapitalverwaltungsgesellschaft, die ihr durch den Fremdverwaltungsvertrag übertragen werde. Anhand von Beispielen legt die BaFin dar, welche Geschäfte die KVG in eigenem Namen und welche im Namen der AIF-Investmentgesellschaft vornimmt.

Die Folge der Geschäfte der KVG in eigenem Namen ist, dass nur die KVG rechtlich verpflichtet wird und etwa entstehende Kosten entweder im Rahmen der Verwaltungsgebühr miteinpreist oder als Aufwendungen gegenüber dem AIF geltend macht. Handelt die KVG im Namen der Investmentgesellschaft, so wird die Investmentgesellschaft direkt verpflichtet und trägt grundsätzlich die Kosten des etwaigen Rechtsgeschäfts.

Die BaFin vertritt die Ansicht, es bestehe keine Notwendigkeit, eine Investmentgesellschaft trotz eigener Rechtspersönlichkeit anders zu behandeln als ein Sondervermögen (für welches immer die KVG in eigenem Namen handeln muss). Was das Portfoliomanagement des AIF angeht, so konstatiert die BaFin, dass das „ob“ und das „wie“ der Investitionsentscheidung stets bei der KVG liege, da dies den Kernbereich des Portfoliomanagements ausmache. Der Erwerb, die Veräußerung oder die Belastung sei als reine Ausführungshandlung immer Annex des Portfoliomanagements und werde zur Vermeidung ansonsten weiterer notwendiger (Zwischen-)Schritte stets von der KVG im Namen der AIF-Investmentgesellschaft wahrgenommen.

Administrative Tätigkeiten betreffend, ist die BaFin überdies der Ansicht, dass das Facility Management, gleichsam aber auch der Vertrieb, ebenso originäre Teile der kollektiven Vermögensverwaltung seien und mithin der KVG obliegen und folglich Rechtsgeschäfte solcher Art stets von der KVG in eigenem Namen abzuschließen seien.

Rückauslagerung nicht möglich

Eine mögliche Rücklagerung (zur Gänze/teilweise) auf die Investmentgesellschaft soll, so die BaFin, aus haftungsrechtlichen Gesichtspunkten nicht – auch nicht in Teilen – möglich sein.

Eine Gleichbehandlung von Sondervermögen und Investmentgesellschaften ist in vielen Fällen nicht sachgerecht und führt in der Folge zu Friktionen. Die Geltendmachung eines Aufwendungsersatzanspruchs bei einem verwaltenden Sondervermögen ist in praxi handhabbar. Was aber nun, wenn Kontoinhaber und Eigentümer der von der Investmentgesellschaft im Bestand gehaltenen Assets auseinanderfällt? Die KVG muss schlichtweg mit ihrem eigenen Vermögen in Vorleistung treten, was kaum durchführbar sein dürfte. Bis zur Geltendmachung und Durchsetzung des Aufwendungsersatzanspruchs liegt das gesamte Risiko somit bei der KVG. Praktisch vor Augen führen kann man sich den Fall, dass die KVG, die nach der BaFin verantwortlich für das Facility Management ist, eine neue Rolltreppe in einer Immobilie installieren (lassen) muss. Hierfür wäre sie nicht nur Vertragspartnerin sondern auch vorleistungspflichtig. Unter dem Gesichtspunkt des Anlegerschutzes ist es zudem unvorteilhaft, dass die KVG solche Verträge mangels Kapitalkraft und Sicherheiten nicht zu den besten Konditionen verhandeln kann.

In diesem Zusammenhang sei der weitere unglückliche Umstand angeführt, dass – dem Auslegungsschreiben strikt folgend – in Mehrparteienkonstellationen (z. B. Sicherheitenbestellung etc.) ein Auseinanderfallen von Schuldner und Eigentümer unumgänglich ist, was zu weiteren Friktionen und Irritationen bei der Gestaltung insbesondere etwaiger Abtretungsverträge führen dürfte. Überdies werden die steuerlichen Implikationen gänzlich außer Acht gelassen, doch auch hier bestehen Diskrepanzen, je nachdem ob die KVG ein Sondervermögen verwaltet oder aber eine Investmentgesellschaft.

Unerwähnt lässt die BaFin, dass sich bereits das Oberlandesgericht München zum zivilrechtlichen Verhältnis zwischen Investmentgesellschaft und extern verwaltender KVG geäußert hat – auch die Beauftragung einer extern verwaltenden KVG lasse die Organstruktur, was auch die gesetzliche Vertretung der Investmentgesellschaft umfasse, gänzlich unberührt. Es bleibt abzuwarten, ob durch den Konsultationsprozess die BaFin ihre These, Investmentgesellschaften seien wie Sondervermögen zu behandeln, überdenkt. Anhaltspunkte im KAGB, dass der Gesetzgeber eine Gleichbehandlung beider Möglichkeiten vorsah, finden sich nicht.

In Luxemburg wird ebenfalls unterschieden zwischen Investmentfonds ohne eigene Rechtspersönlichkeit und Investmentgesellschaften mit eigener Rechtspersönlichkeit. Investmentfonds ohne eigene Rechtspersönlichkeit können ausschließlich durch eine Verwaltungsgesellschaft („VG“) bzw. durch einen AIFM agieren. Hierzu muss ein entsprechender Fremdverwaltungsvertrag zwischen der Investmentgesellschaft und der VG bzw. dem AIFM abgeschlossen werden. Darüber hinaus müssen die entsprechenden gesetzlichen Voraussetzungen unter welchen eine VG bzw. ein AIFM agieren darf, vorliegen. Diese finden sich in den einschlägigen luxemburgischen Gesetzen, wie dem Gesetz vom 17. Dezember 2010 („OGAW-Gesetz“), dem Gesetz vom 13. Februar 2007 („SIF-Gesetz“) sowie dem Gesetz vom 12. Juli 2013 („AIFM-Gesetz“) und den jeweils dazugehörenden Richtlinien und Rundschreiben der luxemburgischen Finanzaufsichtsbehörde, der CSSF.

Hiernach können Investmentgesellschaften zwar von einer VG bzw. einem AIFM fremdverwaltet werden, gemäß dem luxemburgischen Gesetz über Handelsgesellschaften, dem Gesetz vom 10. August 1915, verbleibt die gesellschaftsrechtliche Ausgestaltung demgegenüber jedoch bei der Gesellschaft selbst, welche wiederrum durch ihre Organe (Verwaltungsrat, Aufsichtsrat oder Geschäftsführung) nach außen vertreten wird.

Die BaFin stellt hinsichtlich des Begriffes der kollektiven Vermögensverwaltung auf § 1 Abs. 19 Nr. 24 KAGB ab. Dies entspricht den in Luxemburg geltenden Regelungen in Art. 5 Abs. 2 i.V.m. Anhang 1 AIFM-Gesetz sowie Art. 101 Abs. 2 i.V.m. Anhang II OGAW-Gesetz. Gemäß dieser Vorschriften ist eine VG bzw. ein AIFM verpflichtet, die Portfolioverwaltung und das Risikomanagement im Rahmen der Verwaltung einer Investmentgesellschaft zu übernehmen (es handelt sich hierbei um eine „Muss-Vorschrift“). Darüber hinaus kann („Kann-Vorschrift“) sie zudem administrative Tätigkeiten, wie Fondsbuchhaltung, Rechnungslegung, Vertrieb oder Tätigkeiten im Zusammenhang mit den Vermögenswerten der Investmentgesellschaft, übernehmen. Somit wird der Begriff der kollektiven Vermögensverwaltung sowohl in Deutschland als auch in Luxemburg identisch definiert.

Eine spezifische Regelung, wie die VG bzw. der AIFM dabei nach außen in Erscheinung zu treten haben, ob in eigenem oder fremdem Namen, existiert demgegenüber nicht. Jedenfalls nicht im Rahmen der Investmentgesellschaften. Für Investmentfonds regelt dies Art. 13 Abs. 2 SIF-Gesetz, wonach die VG „…im eigenen Namen aber auf Rechnung des Investmentfonds tätig“ wird. Hieraus kann der Schluss gezogen werden, dass der Gesetzgeber keine einheitliche Regelung in Bezug auf Investmentfonds und Investmentgesellschaften gewollt hat. Insofern ist die VG bzw. der AIFM befugt, sowohl im eigenen Namen als auch im fremden Namen für die Investmentgesellschaft zu handeln.

Einen konkreten Leitfaden, wann die eine und wann die andere Variante anzuwenden ist, hat die CSSF bis dato nicht erläutert. Im Ergebnis wird sich in Luxemburg an der bisherigen Praxis erst einmal nichts ändern. Demnach spielt die Kostentragungspflicht eine wesentliche Rolle bei der Entscheidung, wie die VG bzw. der AIFM nach außen in Erscheinung tritt, ob in eigenem oder in fremdem Namen. Die VG bzw. der AIFM wird im Namen der Investmentgesellschaft handeln, sofern damit Kosten generiert werden, die er nicht durch seine Verwaltungsgebühr decken kann, sondern vielmehr unter einem gesonderten Kostenpunkt verbuchen muss. In den Fällen, in denen die VG bzw. der AIFM in eigenem Namen handelt muss sie bzw. er eigenständig sicherstellen, dass die Kosten von der Verwaltungsgebühr gedeckt sind oder den Zusatz „für Rechnung der Investmentgesellschaft“ beinhalten. In diesen Fällen müssen die Kosten jedoch durch das Emissionsdokument und die Satzung gedeckt sein. Zudem sollte die Investmentgesellschaft im Vorfeld diesbezüglich informiert und ihr Einverständnis eingeholt werden. In diesen Fällen erübrigt sich die Vorleistungspflicht der VG bzw. des AIFM und damit gleichermaßen auch ein Aufwendungsersatzanspruch, da die Kosten direkt aus den Fondsvermögen gezahlt werden können.

Rückauslagerung

Die CSSF hat sich zu dem Thema der Rückauslagerung der kollektiven Vermögensverwaltung oder Teilen davon bis dato noch nicht geäußert. Insofern ist davon auszugehen, dass eine solche Rückauslagerung in Luxemburg möglich ist. Allerdings ist die Ansicht der BaFin, dass eine solche Rückauslagerung ausgeschlossen sein soll, was nachvollziehbar ist. Im Hinblick auf haftungsrechtliche Gesichtspunkte für die Investmentgesellschaft und damit etwaige nachteilige Folgen für die Anleger, sollte auch in Luxemburg überdacht werden, ob eine Rückauslagerung auf die Investmentgesellschaft nicht vermeidbar ist.

27. Februar 2017

Dr. Philipp Wösthoff

Dr. Philipp Wösthoff ist Leiter Real Assets Deutschland bei Hauck & Aufhäuser. Neben Vertrieb und Kundenmanagement der AIF-Verwahrstelle begleitet er die KVGen von der Aufnahme der Geschäftsbeziehung über das Onboarding bis hin zu den Transaktionen in den Fonds. Dr. Philipp Wösthoff ist Rechtsanwalt und war zuvor als Rechtsanwalt in Frankfurt und Bonn tätig.

Christiane Pankewitsch

Christiane Pankewitsch ist Volljuristin und tätig in der Rechtsabteilung bei Hauck & Aufhäuser in Luxemburg. Ihr Schwerpunkt liegt im Banken- und Investmentrecht. Sie betreut und begleitet sowohl die Hauck & Aufhäuser Privatbankiers KGaA hinsichtlich bankenrechtlicher Themen als auch die Hauck & Aufhäuser Investment Gesellschaft S.A. und die Hauck & Aufhäuser Alternative Investment Services S.A. bei investmentrechtlichen Fragestellungen. Frau Pankewitsch war vor ihrer Tätigkeit bei Hauck & Aufhäuser bereits mehrere Jahre bei einer größeren Kapitalanlagegesellschaft in Luxemburg beschäftigt.

Die wichtigsten Trends im Fondsgeschäft

Seit nunmehr fast einem Jahr informiert FondsTrends in qualitativ hochwertigen Beiträgen über die aktuellen Themen und Trends im Fondsgeschäft. Dies umfasst Entwicklungen in der Regulatorik, Facetten der zunehmenden Digitalisierung sowie Anlagetrends und neue Produkte. Die wichtigsten Trends, welche nach wie...
16. Januar 2017

Brexit: Bei den Suchanfragen in Google über alle Kategorien hinweg liegt der „Brexit“ auf Platz 2, als Suchthema im Themenbereich Finance sogar auf Platz 1. Bisher sind die konkreten Auswirkungen schwer abzuschätzen – klar ist jedoch, dass es Gewinner und Verlierer geben wird. Gesellschaften aus der Eurozone, die einen hohen Exportanteil in Regionen außerhalb Großbritanniens oder ein Geschäftsmodell mit einem stabilen Cash-Flow in ihrem Heimatmarkt haben, werden profitieren. Genauso wie Unternehmen mit einem starken Exportanteil nach UK oder einem hohen Konsumanteil in UK eher leiden werden. Auch für den Arbeitsmarkt wird der Brexit Folgen haben. In jedem Fall scheint das Referendum ein Signal an die handelnden Personen zu sein, Bürokratie abzubauen und Abstimmungsprozesse zu vereinfachen. Davon würde der europaweite Handel profitieren.

China: Das „Reich der Mitte“ beschleunigt die Öffnung für Offshore-Investitionen. Der Vertriebskanal von europäischen Asset-Managern nach Festland-China wird immer breiter. Schon heute können sie über Hong Kong gemanagte Fonds in Festland-China vertreiben. Zukünftig wird das Vertriebsrecht sogar europäische Investmentfonds an qualifizierte Privatanleger in den ersten Pilotstädten umfassen. Die mit China verbundenen Chancen versucht insbesondere auch Luxemburg zu nutzen. Als größter Fondsstandort Europas hat sich Luxemburg mittlerweile zum führenden Finanzplatz für Renminbi-Investmentfonds entwickelt und somit eine Vorreiterrolle übernommen.

Reporting: Ein härterer Wettbewerb, immer schärfere Regularien sowie neue technische Möglichkeiten lassen die Bedeutung des Reportings im Fondsgeschäft immer wichtiger werden. Speziell entwickelte Reporting-Portale bieten zahlreiche Möglichkeiten in der Zusammenstellung von Fondsinformationen. Das Reporting hilft, die regulatorischen Anforderungen an das Berichtswesen zu erfüllen und bietet gleichzeitig die Möglichkeit, die Kundenkommunikation durch die entstandene Transparenz der Produkte zu optimieren. Der Trend geht hier ganz klar in Richtung Individualisierung.

Web & Social Media Marketing: Das Internet und im Speziellen Social Media bieten gerade durch die Austausch- und Interaktionsmöglichkeiten viele Ansätze, um bestehenden Kunden mehr Service zu bieten und neue Kunden zu finden, anzusprechen und für sich zu gewinnen. Das gilt auch für Asset Manager und Vermögensverwalter, die bei immer schwierigeren Rahmenbedingungen ohnehin neue Wege gehen müssen, um ihre Zielklientel zu erreichen und zu überzeugen. Bei der digitalen Kundenakquise kann durch die optimale Ansprache der richtigen Zielgruppe und eine gezielte Ansprache von Multiplikatoren und Influencern ein großes Potenzial an Neukunden erreicht werden – ein Trend, der sich weiter verstärken wird.

Robo-Advisory: Dieses Thema war 2016 sehr präsent (siehe Grafik zu Google-Suchanfragen) und die weitere Etablierung der „Robo-Beratung“ scheint so gut wie sicher. Es wird sich jedoch zeigen müssen, wie Berater und Kunden damit umgehen. Auf der einen Seite unterstützen Robo-Advisors den Kunden dabei, sein Geld einfach und transparent anzulegen und sie helfen auch dem Berater, individuelle und maßgeschneiderte Lösung einfach und schnell zusammenzustellen. Auf der anderen Seite sind sie in ihrem heutigen Entwicklungsstadium noch nicht fähig, situationsspezifisch auf das Verhalten sowie die Stimmung ihrer Kunden einzugehen. Auch hier bleibt es spannend – FondsTrends hält Sie auf dem Laufenden.

MiFID II: Die EU-Richtlinie über Märkte für Finanzinstrumente (MiFID, Markets in Financial Instruments Directive) harmonisiert die Finanzmärkte innerhalb der EU. Angestrebt sind eine höhere Transparenz, Sicherheit und Stabilität und somit ein optimierter Anlegerschutz. Soweit zur Anlegerseite. Betrachtet aus der Perspektive des Fondsmarktes könnte MiFID II eine Konsolidierungsphase dieses Marktes einläuten. Das Verbot der Einbehaltung von finanziellen Vorteilen bedeutet eine Umwälzung der bestehenden Gebührenpolitik der verschiedenen Fondsakteure und könnte die Konkurrenzsituation in Zukunft verschärfen. Insbesondere kleinere, unabhängige Finanzakteure könnten damit zu kämpfen haben – was bei Reduzierung dieser eine wachsende Monopolisierung von Finanzdienstleistungen mit sich bringen würde.

Reservierte Alternative Investmentfonds (RAIF): Während des letzten Jahres haben Mitglieder der Luxemburger Finanzindustrie, mit Unterstützung der Regierung, die rechtlichen Rahmenbedingungen für eine neue Form eines Luxemburger alternativen Investmentfonds („AIF“) geschaffen, der durch einen zugelassenen Verwalter alternativer Investmentfonds („AIFM“) verwaltet wird. Der neue Fondstypus bedarf keiner Zulassung durch die Luxemburger Aufsichtsbehörde CSSF und erlaubt damit eine viel schnellere Fondsauflage. Der Luxemburger Regierungsrat hat einem Gesetzentwurf in Bezug auf RAIF zugestimmt; der Gesetzentwurf wurde vom Luxemburger Parlament am 14. Juli 2016 verabschiedet. Seitdem ist der RAIF nun in den Produktbaukästen der Fondsdienstleister enthalten und wird primär für Immobilien und Private-Equity-Investitionen genutzt. Er bereichert den Fondsstandort Luxemburg und die Zahl seiner Nutzer nimmt stetig zu.

Investmentsteuerreform-Gesetz (InvStRefG): Das neue Investmentsteuerreform-Gesetz ist da. Mit seiner Verkündung im Bundesgesetzblatt ist es mit Wirkung ab 27. Juli 2016 in Kraft getreten. Das neue Gesetz sieht u.a. ein grundlegend reformiertes Besteuerungssystem von Investmentfonds und deren Anlegern vor, welches erstmalig ab dem 1. Januar 2018 anzuwenden ist. Das bedeutet u.a., dass die IT-Systeme wieder auf neue tägliche Steuerkennzahlen für Spezial-Investmentfonds umzustellen sind. Durch die erweiterte Steuerpflicht der Fonds in Deutschland ist zudem zukünftig sicherzustellen, dass alle relevanten Erträge erklärt bzw. an der Quelle steuerlich berücksichtigt wurden. Die Umsetzung in die Praxis wird demnach im Laufe des Jahres 2017 noch alle Investmentgesellschaften in vielen Facetten beschäftigen.

Exchange Traded Funds (ETFs): Sind ETF wirklich der Heilsbringer, für den sie gehalten werden? Oder schlummern hier doch bisher unbeachtete Risiken? In jedem Fall sind ETFs kostengünstig, was im Portfolio Management ein nicht unwesentlicher Faktor für die Produktselektion ist. Zudem gibt es Indexfonds mittlerweile für nahezu jede Region der Welt und für fast jede Branche. ETFs bieten also schier grenzenlose Gestaltungsmöglichkeiten zu bislang konkurrenzlos günstigen Kosten. Die Kehrseite des Booms bei ETFs liegt indes darin, dass immer mehr illiquide Produkte an Markt kommen und diese zudem immer intransparenter werden. So ermittelt die amerikanische Börsenaufsicht SEC bereits, weil in manche ETFs toxische Assets eingebracht wurden – so wie vor 2008 bei den Hypothekenpaketen.

Liquid Alternatives: Volatile Aktienmärkte und negative Zinsen lassen Investoren aktuell kaum einen Spielraum, um Kapital unter einem vernünftigen Rendite-/ Risikoverhältnis anzulegen. Das Thema Liquid Alternatives gewinnt daher zunehmend an Bedeutung. Es handelt es sich dabei um Hedgefonds-Strategien, die durch den Mantel eines Publikumsfonds auch für nicht institutionelle Kunden investierbar gemacht werden. Liquid Alternatives sind eine echte Alternative zu klassischen Anlagekonzepten und setzen sich in Europa mehr und mehr durch, da sie vielfältige Handelsstrategien ermöglichen, um marktunabhängig zu investieren und so vom Alpha (marktunabhängig) und nicht dem Beta (marktabhängig) zu profitieren.

Debt bzw. Loan Funds: Mit Darlehen lässt sich auf zweierlei Art Geld verdienen: auf Anbieterseite durch die originäre Vergabe sowie auf Nachfrageseite durch den Erwerb. Während luxemburgische Manager seit über 20 Jahren Debt Funds anbieten, waren Investmentfonds bislang weitestgehend von diesem Geschäft abgeschnitten. Die Öffnung des Investmentrechts für Debt Funds geht in die richtige Richtung, bleibt aber in Sachen Flexibilität bei der Fondsstrukturierung hinter dem luxemburgischen Finanzstandort zurück. Es bleibt daher abzuwarten, inwiefern sich Debt Funds größerer Beliebtheit erfreuen werden; im Vergleich zum Ausland bleiben sie stark reguliert. Am luxemburgischen Finanzstandort bestehen weniger Restriktionen, insbesondere im Hinblick auf die Diversifikation und den Erwerb von unverbrieften Darlehen. Ferner ist die Auswahl an Investmentvermögen groß: Spezialfonds, nicht regulierte Fonds, ferner zukünftig der unregulierte Fonds RAIF mit reguliertem Manager.

16. Januar 2017

Marco Feiten

Marco Feiten (Jahrgang 1978) ist Managing Director bei der in Luxemburg ansässigen CURE S.A., die Web & Social Media Intelligence und Marketing Lösungen anbietet. Der gelernte Bankkaufmann arbeitete nach seinem BWL-Studium zunächst bei einem mittelständischen Vermögensverwalter im Raum Stuttgart in der Geschäftsleitung und im Portfoliomanagement. Danach war er als Business Development Manager für eine große Bank in Luxemburg tätig, wo er primär zur Expansion des internationalen Geschäfts beitrug.

2009 wechselte Marco Feiten zur neu gegründeten CURE S.A., wo er den Geschäftsbereich Web & Social Media Monitoring und Marketing federführend aufbaute. CURE S.A. betreut das Portal fondstrends.lu redaktionell.

Sophie Schäfer

Sophie Schäfer arbeitet als Marketing- und Kommunikationsmanagerin bei der in Luxemburg ansässigen CURE S.A., die Web & Social Media Intelligence und Marketing-Lösungen anbietet. Die Kommunikationswissenschaftlerin ist seit mehreren Jahren sowohl auf Agentur- als auch auf Unternehmensseite in den Bereichen Marketingkommunikation, Online Marketing und Social Media tätig und besitzt Branchenkenntnisse in der Automobilindustrie, im Handel sowie im Finanzbereich. Sophie Schäfer ist bei CURE S.A. unter anderem für die redaktionelle Betreuung von fondstrends.lu zuständig.

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