Das Extra-Geld vom Chef diversifiziert und kostengünstig in ETF-Fonds investieren

Monatlich bis zu 40 Euro vom Arbeitgeber zusätzlich und unter bestimmten Bedingungen noch eine Zulage vom deutschen Staat – das bietet VL-Sparen. Breit diversifizierte ETF-Fonds eignen sich hierfür besonders gut.

Aller Anfang ist bekanntlich schwer. Das gilt auch beim Sparen. Einen kleinen Anreiz dazu bieten in Deutschland Vermögenswirksame Leistungen (VL). Über 13 Millionen Deutsche nutzen bereits diese Möglichkeit, sich so einen ersten Kapitalstock aufzubauen. Schließlich handelt es sich hierbei um einen Extra-Aufschlag auf das Gehalt vom Arbeitgeber. Unter bestimmten Umständen gibt es noch eine staatliche Arbeitnehmerzulage obendrauf. Gerade für jüngere Menschen ist VL-Sparen attraktiv. Mit dem angesparten Geld lassen sich erste Träume verwirklichen, wie das erste Auto, der Grundstock für die eigene Immobilie oder der Einstieg in die private Altersvorsorge. Und die wird gerade für junge Arbeitnehmer immer wichtiger. So ergab eine Studie der Ruhr-Universität Bochum im Auftrag der Fondsgesellschaft Fidelity International, dass einem heute 42-jährigen Facharbeiter bei Renteneintritt mit 67 Jahren im Schnitt 840 Euro monatlich fehlen. Selbst bei einem Renteneintritt mit 70 Jahren beträgt die Rentenlücke 590 Euro. Die gesetzliche Rente wird im Alter also nicht ausreichen, ohne private Vorsorge droht Altersarmut.

Wie funktioniert VL-Sparen?

Bei Vermögenswirksamen Leistungen zahlt der Arbeitgeber für den Arbeitnehmer sechs Jahre lang Monat für Monat bis zu maximal 40 Euro ein. Im siebten Jahr ruht die Summe auf dem Konto. Die genaue monatliche Einzahlsumme ist meist im Arbeits- und Tarifvertrag geregelt. Die Angebotspalette ist dabei vielfältig und reicht vom Bausparvertrag, der betrieblichen Altersvorsorge bis hin zum Fondssparplan.

VL-Sparen mit einem Fondssparplan

Zum VL-Sparen besonders gut geeignet sind Fondssparpläne auf ETF-Basis. Mit den jeweils monatlich eingezahlten Beträgen werden Fondsanteile erworben. Abschlussvoraussetzung ist, dass die Aktienquote des entsprechenden Fonds mindestens 60 Prozent beträgt. Damit sollen Arbeitnehmer motiviert werden, in Aktien zu investieren. Denn langfristig erzielen Aktien die höchste Rendite. So untersuchte der Bonner Ökonom Moritz Schularick mittels umfangreicher Datenanalyse die Renditen verschiedenster Finanzinstrumente in 16 Ländern zwischen den Jahren 1870 und 2015. Das Ergebnis: Anleihen erwirtschafteten in diesem Zeitraum eine durchschnittliche Jahresrendite von 2,5 Prozent, Aktien hingegen 7,5 Prozent. Studien anderer Wissenschaftler gehen in die gleiche Richtung.

Allerdings sollten Anleger nicht all ihr Vermögen in Aktien stecken, zumindest eine Beimischung von 30 Prozent Anleihen ist sinnvoll. Denn eine Vermögensstreuung über verschiedene Anlageklassen kann mögliche Verluste in schlechten Börsenzeiten reduzieren. Um langfristig breit zu investieren, sind ETF-Fondssparpläne besonders effizient, da hier Anleger in einen Korb aus verschiedenen Wertpapieren investieren können. Darüber hinaus weisen ETF-Fonds eine günstige Kostenstruktur auf.

Langfristig ansehnliche Rendite

Auch wenn ein jährlicher Sparbetrag von maximal 480 Euro (Gesamteinzahlsumme nach sechs Jahren 2.880 Euro) nicht viel erscheint, kommt allein aufgrund der jährlichen Aktienkursentwicklung und des Zinseszinseffektes eine ansehnliche Summe zusammen.

Entwicklung Kapital mit und ohne Zinseszinseffekt

Quelle: easyfolio

Laut aktueller Statistik des Fondsverbandes BVI ergab sich im Durchschnitt aller sechsjährigen Einzahlperioden der Jahre 1962 bis 2016 eine Ansparsumme von durchschnittlich 3.905 Euro. Das entspricht einer durchschnittlichen Rendite von 7,6 Prozent p.a.

Arbeitnehmersparzulage vom Staat

Zusätzlich winkt Aktienfondssparern in Deutschland eine staatliche Förderung von 20 Prozent der Ansparsumme (maximal 80 Euro pro Jahr). Voraussetzung dafür: Ein Single verfügt nicht über ein zu versteuerndes Jahreseinkommen von mehr als 20.000 Euro, für Verheiratete beträgt die Obergrenze das Doppelte, also 40.000 Euro. Unter Einbeziehung des staatlichen Zuschusses ergibt sich im Schnitt aller sechsjährigen Einzahlperioden eine Jahresrendite von 10,53 Prozent.

VL-Sparen lohnt sich

Vermögenswirksame Leistungen helfen, einen ersten Kapitalstock aufzubauen. Dabei spielt die bewährte Börsenweisheit „Leg nicht alle Eier in einen Korb“ eine wesentliche Rolle. ETF-Fondssparpläne bieten sich somit ganz besonders gut zum VL-Sparen an, da diese durch ihren verständlichen Aufbau, ihrer Kosteneffizienz und mit ihrer breiten Risikostreuung überzeugen. Dies bestätigt auch der Fondsverband BVI in einem kürzlich veröffentlichten Artikel. Arbeitnehmer sollten sich Zeit bei der Auswahl eines passenden VL-Produktes nehmen und sich für eine Investition entscheiden, die der persönlichen Anlagementalität entspricht. So fühlt sich der Anleger langfristig mit seiner Investition wohl und kann sich mit VL-Sparen ein kleines Vermögen aufbauen.

 

11. Juni 2018

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Autor

Achim Backhaus

Achim Backhaus ist seit 2016 Geschäftsführer von easyfolio und arbeitet seit 2011 als Direktor Investmentmanagement und Deputy CIO bei Hauck & Aufhäuser Privatbankiers. Zuvor war er Senior Portfoliomanager bei Apo Asset sowie Senior Analyst und Dachfondsmanager bei Feri Trust. Seine Karriere startete er bei der Frankfurter Volksbank.

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