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„Ein Inflationsausgleich ist mit sicheren Anlagen derzeit kaum möglich“

Möglichst unabhängig von Konjunkturzyklen sein und in Unternehmen investieren, die auch in Krisenzeiten laufende Erträge erwirtschaften und den Unternehmenswert erhalten können – das ist die Investmentstrategie des „HELLERICH Sachwertaktien“. In Anbetracht der jüngsten schwachen globalen Wirtschaftsdaten könnte der Fonds für die nächsten Monate oder gar Jahre ein Zufluchtsort für Investoren werden. FondsTrends sprach mit der Senior Portfolio Managerin Nina Kordes über mögliche künftige Inflation, KI im Fondsmanagement und schwierige Aktienmärkte.

Firmensitz HELLERICH

Firmensitz HELLERICH

FondsTrends: Frau Kordes, lange Zeit wurde befürchtet, dass das Quantitative Easing der Notenbanken zu hoher Inflation führen würde. Bisher ist diese jedoch ausgeblieben und allmählich deutet sich ein globales Ende der expansiven Notenbankpolitik an. Was spricht Ihrer Ansicht nach dennoch für einen Sachwertfonds? Könnten die schwelenden Handelskonflikte zu einem neuen inflationären Zyklus führen?

Nina Kordes: Im Moment werden die Kosten des Handelskonflikts zwischen den USA und

China hauptsächlich von chinesischen Firmen getragen. Genauso trifft der Streit um Zölle auf Produkte aus Europa erst einmal die europäischen Unternehmen. Direkte inflationäre Tendenzen entstehen erst, wenn die Produktkosten für den Verbraucher deutlich ansteigen. Dies ist im derzeit hart umkämpften Wettbewerb der Unternehmen um Kunden noch nicht der Fall. Letztlich ist die Inflation, die ja viele verschiedene Ursachen hat, immer ein Kaufkraftverlust. Mit der Geldanlage in festverzinsliche, risikoarme Papiere ist ein Ausgleich dieses Verlustes nicht möglich. Mit Aktien auf längere Sicht schon, allerdings unter stärkeren Schwankungen. Mit dem HELLERICH Sachwertaktien sprechen wir Anleger an, die mit möglichst geringen Schwankungen in Aktien weltweit investieren möchten.

FondsTrends: Per Ende Oktober war rund ein Drittel Ihres Portfolios im Bereich Nahrungsmittel investiert. Dadurch ist Ihr Fonds vermutlich weniger volatil, denn gegessen und getrunken wird ja bekanntlich immer, richtig?

Nina Kordes: Der Anteil an Nahrungsmitteln ist generell sehr hoch, weil die Anlagestrategie vorsieht, nur in Hersteller von Produkten und Dienstleistungen des täglichen Bedarfs zu investieren. Es wird ja nicht nur immer gegessen und getrunken, sondern wir benötigen unter anderem auch Strom, Medikamente und Telekommunikation. Dies ist für die Unternehmen zwar per se ein stabiles Geschäftsmodell, aber mit einer ausführlichen, quantitativen Fundamentalanalyse werden noch einmal verschiedene Kennzahlen abgefragt. Diese Kennzahlen haben wir festgelegt, um zu prüfen, ob ein Unternehmen wirklich krisenresistent ist. Das ist die Idee hinter der Strategie.

Währungen

Der „HELLERICH Sachwertaktien“ investiert global in Aktien und mit einem hohen Anteil Fremdwährungen

FondsTrends: Ihr Fonds konnte in den vergangenen 5 Jahren um 44% zulegen. Auffällig ist insbesondere ein starker Anstieg von Mitte 2014 bis Mitte 2015. Was war da die Ursache? Und Stichwort Risiko: wie würden Sie den Fonds aufstellen, wenn die Märkte in eine längere Baisse-Phase übergehen würden

Nina Kordes: In dem genannten Zeitraum konnten viele Unternehmen des US-Gesundheitssektors deutlich zulegen, vor allem aus der Branche Medizintechnik. Hier konnten wir höhere zweistellige Kurszuwächse realisieren. Gleichzeitig war der Bereich Nahrungsmittel in Japan und Europa sehr gefragt. Die internationale Diversifikation war in diesem Zeitraum besonders effektiv, so dass die Schwankungen erheblich reduziert werden konnten. Die Anlagestrategie des Fonds ist seit Auflage vor knapp 10 Jahren immer die gleiche geblieben. Von Anfang an haben wir uns auf krisenresistente Unternehmen fokussiert und das wird vor allem in schwierigen Marktphasen ein Vorteil sein.

FondsTrends: Derzeit gibt es geradezu einen Hype um Künstliche Intelligenz (KI) und deren mögliche Auswirkungen. Spielt das Thema auch für Sie eine Rolle – etwa beim Screening oder der Bewertung von möglichen Investments?

Nina Kordes: Ein ehemaliger Kommilitone von mir forscht seit 1999 mit Neuronalen Netzen. Die Prognosequalität war schon damals viel besser als mit „herkömmlichen“ Schätzmethoden. Dazu wurde ein besonders leistungsstarker Rechner benötigt, der in einer Forschungsabteilung eines DAX-Unternehmens für unterschiedliche Anwendungen eingesetzt wurde. Ich denke, dass mit steigender Rechnerkapazität und besseren Datenfeeds die Qualität weiter verbessert werden kann. Dem Asset Management steht also schon seit geraumer Zeit ein gutes Instrument zur Verfügung. Für viele Menschen ist die KI noch nicht greifbar, weil die Anwendungsmöglichkeiten sehr vielfältig und oft noch unerforscht sind. Nicht zuletzt auch aufgrund der mathematischen Komplexität. Für den HELLERICH Sachwertaktien verwenden wir beim Screening eine große Datenbank, die mit dem Bloomberg-System verknüpft ist und in der wir unsere verschiedenen Rechenschritte ausführen. Die endgültige Auswahl übernimmt dann aber die menschliche Intelligenz.

FondsTrends: Sie sind seit 2012 bei HELLERICH. Wenn Sie auf die letzten fünf Jahre zurückblicken, was waren für Sie die größten Erfolge und was ist ihr Ziel für die kommenden fünf Jahre?

Nina Kordes: Der HELLERICH Sachwertaktien hat sich sehr gut entwickelt und wir konnten viele neue Investoren gewinnen. In den nächsten Jahren soll die Wertentwicklung weiter gut bleiben, und ich hoffe auf viele neue und zufriedene „Sachwertaktionäre“.

FondsTrends: Frau Kordes, wir danken Ihnen für das interessante Interview und wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg!

14. Januar 2019

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Fondskongress in Mannheim

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Autor

Nina Kordes

Nina Kordes

Nina Kordes ist Senior Portfolio Managerin bei der in München ansässigen HELLERICH GmbH, eine der renommierten unabhängigen Vermögensverwaltungen in Deutschland (400 Mio. EUR AuM). Dort verantwortet sie den „HELLERICH Sachwertaktien“. Nina Kordes verfügt über 18 Jahre Erfahrung im Asset Management mit Schwerpunkt globale Aktienanlagen. Nach dem Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Universität Bremen und der New School University in New York war sie von 1999 bis 2012 bei Mayr Investment Managers GmbH tätig, ab 2010 als Geschäftsführerin. Seit 2012 ist sie Teil des Führungsteams von HELLERICH.

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