Fondsauflage und Fondsmanagement ohne KWG-Lizenz

Am 3. Januar 2018 ist die europäische Finanzmarktrichtlinie MiFID II in Kraft getreten. Beschäftigt hat sich die Branche schon seit langer Zeit mit ihr – schließlich galt es, die umfassenden Vorschriften und Richtlinien zu planen und umzusetzen. FondsTrends spricht mit Peer Reichelt von der NFS Capital AG  über die Auswirkungen von MiFID II bei der Fondsauflage.

FondsTrends: Herr Reichelt, welche Auswirkungen zeigen sich durch MiFID II konkret im Bereich der Fondsauflage und dem Fondsmanagement?

Peer Reichelt: In der Praxis stellen wir als Finanzdienstleister fest, dass zunehmend kleinere und mittlere Vermögensverwalter ihre KWG-Lizenz zurückgeben und stattdessen die Dienstleistung eines Haftungsdachs in Anspruch nehmen. Grund dafür ist, dass sich gerade kleinere Firmen durch den gestiegenen Bürokratieaufwand, den unter anderem die Dokumentationspflichten mit sich bringen, nicht mehr in der Lage sehen, ausreichend Zeit in das eigentliche Geschäft, die Beratung des Kunden zu investieren.

FondsTrends: Für diese kleineren Firmen ist es dann sinnvoller, ihre KWG-Lizenz abzugeben und externe Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen?

Peer Reichelt: Letztlich ist es eine Entscheidung, die auch mit der Profitabilität zu tun hat. Wer extra einen Mitarbeiter einstellen muss, um dem gestiegenen Aufwand an Dokumentationen und weiteren Richtlinien gerecht werden zu können, der denkt auch darüber nach, was ein Outsourcing kosten würde.

FondsTrends: Für wen eignet sich das Outsourcing des Fondsmanagements an einen externen Dienstleister denn grundsätzlich?

Peer Reichelt: Zum einen nehmen viele ehemalige Private Banker und auch Wealth Manager dieses Angebot in Anspruch – gerade wenn sie sich noch am Anfang ihrer Selbstständigkeit befinden ist dies interessant. Zum anderen die bereits zuvor genannten Vermögensverwalter, die ihre KWG-Lizenz zurückgeben.

FondsTrends: Wo liegen die konkreten Vorteile bei dieser Vorgehensweise?

Peer Reichelt: Der Kunde erhält eine umfassende Unterstützung von der Konzeption über die Auflage bis hin zur Vermarktung seines Produktes. Ein Haftungsdach-Dienstleister bietet dem Fondsmanager die Möglichkeit, ein Netzwerk zu nutzen und dies wirkt sich auch positiv auf die Konditionen und Vertriebszugänge aus. Gerade kleinere Aktienfonds haben so auch die Möglichkeit, dass ihre Fonds an verschiedenen Plattformen handelbar gemacht werden können.

Oft ist das Gesamtpaket ausschlaggebend für die Entscheidung, das Fondsmanagement extern zu vergeben. So bietet die NFS Capital AG selbstständigen Fondsinitiatoren, Fondsberatern und interessierten Fondsmanagern sämtliche Dienstleistungen rund um die Zurverfügungstellung der KWG-32-Regulierung, sowie das Auflegen, Beraten und Managen von Investmentfonds unter Nutzung des Haftungsdachs der NFS an. Durch Kooperationen mit namhaften deutschen und luxemburgischen sogenannten Master-Fondsgesellschaften können alle Formen von Investmentfonds (UCITS, AIF und Spezialfonds) günstig aufgelegt werden.

12. Januar 2018

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Zusammengefasst
  • MiFID II bringt gesteigerten Bürokratieaufwand mit sich, welchen kleinere Firmen kaum ohne externe Unterstützung stemmen können.
  • Kleinere und mittlere Vermögensverwalter geben vermehrt ihre KWG-Lizenz zurück und nutzen stattdessen die Dienstleistung eines Haftungsdachs-Anbieters.
  • Haftungsdach-Anbieter betreuen Fondsauflage und Fondsmanagement gesamthaft.
Thema

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Autor

Peer Reichelt

Peer Reichelt gehört zu den Pionieren der Haftungsdach-Initiatoren in Deutschland. Bereits im Jahr 2004 gründete er mit seinen Partnern die NFS Netfonds Financial Service GmbH, Deutschlands erfolgreichstes Haftungsdach, und ist langjähriger geschäftsführender Gesellschafter. Der ausgewiesener Finanzexperte Peer Reichelt ist Vorstand der Netfonds AG, sowie Verwaltungsrat und Leiter des Asset Management der NFS Capital AG. In dieser Funktion betreut er unter anderem den mehrfach ausgezeichneten Value Opportunity Fund.

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