REITs: Immobilienaktien können 2020 weiter stärker steigen als der DAX

Deutsche börsennotierte Immobilienaktien (Real Estate Investment Trusts, REITs) haben den deutschen Aktienmarkt in den ersten zehn Monaten dieses Jahres deutlich hinter sich gelassen – und sie haben das Potenzial, 2020 weiter zu steigen. Davon zeigt sich Claudia Reich Floyd überzeugt, Portfoliomanagerin für globale Immobilienaktien und Leiterin des Deutschland-Büros von Timbercreek, einem weltweit anlegenden Immobilien-Asset-Manager kanadischer Herkunft.

„Wir erwarten für den Markt der börsengehandelten Immobilienaktien für 2020 ein weiterhin positives Marktumfeld und attraktive Renditen von über zehn Prozent“, sagt Reich Floyd. Die aktuelle Dividendenrendite mache 3,5 Prozent der gesamten Rendite aus und stelle im Niedrigzinsumfeld eine attraktive Alternative zu Anleihen dar. Die Cash-Flow-Renditen der Immobilienaktien seien aufgrund der vorhandenen Mietverträge relativ gut vorhersehbar und stabil, die aktuellen globalen Wachstumsraten der Immobilien-Cash-Flows lägen bei über fünf Prozent.

Quelle: UBS, J.P. Morgan and Citi Research

„Mit Blick auf ein global abflauendes Wirtschaftswachstum ist zu sagen, dass sich die Renditen von REITs in der Vergangenheit resistenter gezeigt haben als die vieler anderer Sektoren“, sagt die Portfoliomanagerin. „In der Vergangenheit waren die besten Perioden für Anlagen in Immobilienaktien vor allem solche, in denen das Wirtschaftswachstum zwischen null und drei Prozent lag.“ Die OECD, die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, hat in diesen Tagen ihre Prognose für das Weltwirtschaftswachstum 2019 auf 2,9 Prozent reduziert.[1]

Deutscher REIT-Index hat DAX abgehängt

Seit Beginn dieses Jahres hat der deutsche REIT-Index, der die Wertentwicklung von vier deutschen Immobilienaktien abbildet, den deutschen Aktienleitindex DAX deutlich abgehängt. Die Performance des DAX bis 31. Oktober 2019 lag bei rund 22 Prozent über dem Stand zu Jahresbeginn, während der RX REIT Performance Index im gleichen Zeitraum annähernd 38 Prozent zulegte.[2]

Dream Global beispielsweise, die sowohl in Frankfurt als auch in Toronto gelistet sind und hauptsächlich Büro-Immobilien in Deutschland sowie in den Niederlanden im Bestand haben, wurden im September von der Private-Equity-Gesellschaft Blackstone mit einem Aufschlag von neun Prozent über ihrem zuletzt bewerteten Nettoimmobilienwert gekauft. Der Hamburger Konkurrent alstria office REIT-AG hingegen verfüge über ein qualitativ hochwertigeres Portfolio als Dream Global und werde aktuell zu einem niedrigeren Preis gehandelt, sagt Reich Floyd. „Ziel von Blackstone ist es sicherlich, die einzelnen Immobilien über den Markt noch teurer zu verkaufen, was durchaus plausibel erscheint“, lautet ihre Einschätzung.

Chancen in europäischen Wohnimmobilien und US-Datenzentren

Mit Blick auf die Chancen in unterschiedlichen Regionen nennt Reich Floyd zwei Beispiele herausragender Anlagen in diesem Jahr.

So sei das Einkommen aus vermieteten Mehrfamilienhäusern in Europa wegen steigender Nachfrage und limitiertem Angebot eines der widerstandsfähigsten im Immobiliensektor. Der Eigentumserwerb von Immobilien wird aufgrund wachsender Preise immer schwieriger, was die Nachfrage nach Mietimmobilien erhöht. In der Republik Irland beispielsweise sei das Angebot von Wohnimmobilien 50 Prozent niedriger als die Nachfrage, erklärt die Portfoliomanagerin. In den Vereinigten Staaten von Amerika spricht sie Anlagen in Datenzentren an. Hier führe die global starke Erhöhung des Datenaufkommens zu einem enormen Anstieg in der Nachfrage nach Datenspeichern und -zentren.

Quelle: Digital Reality Trust

Das Umfeld für REITs ist auf jeden Fall unverändert gut, betont Claudia Reich Floyd abschließend: „Die Transaktionspreise am Immobilienmarkt sind gestiegen, und Unternehmen investieren weiterhin mehr Kapital in Immobilien, sowohl im privaten als auch im öffentlichen Bereich.“

 

03. Dezember 2019


[1] Quelle: Statista, 21.11.2019: “OECD Slashes Growth Forecast for 2019”.
[2] Quelle: Bloomberg.

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Claudia Reich Floyd

Claudia Reich Floyd ist Portfoliomanagerin für globale REITs und Leiterin des Deutschland-Büros von Timbercreek in Hamburg. Sie entwickelt, gemeinsam mit ihren Kollegen im Stammhaus in Toronto, neue Immobilienaktien-Strategien für europäische Kunden und kümmert sich um die Auflage sowie den Vertrieb von REITs-Fonds. Claudia Reich Floyd hat einen Masters in Business der Universität Köln, zu ihren früheren Stationen gehören unter anderem Citygroup Property Investors und 4IP Management / Sal. Oppenheim.

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