Fondsmanagement mit nordischem Flair in Luxemburg

Bereits zum 4. Mal findet das Nordic Investment Managers Forum (NIMF) am 26. Oktober in Luxemburg statt. Mike Judith, der den internationalen Fondsvertrieb bei Norwegens größter Bank DNB leitet, und Mikkel Strørup, Regional Direktor der dänischen Sparinvest und mitverantwortlich für deren internationalen Fondsvertrieb, erklären, was die Besucher in diesem Jahr erwarten können.

Redaktion FondsTrends: Herr Judith, was erwartet die Besucher beim diesjährigen NIMF?

Mike Judith (DNB): Fünf interessante Veranlagungsthemen, die sehr aktuell sind: von Value- über Dividenden- und Real Estate- bis Tech-Investments, allesamt vorgestellt von Top-Entscheidungsträgern nordischer Asset Manager, die sich außerdem einer von Jonathan Boyd (Chefredakteur von „Investment Europe“) moderierten Paneldiskussion stellen werden. Und diese ganz besondere Atmosphäre von Fondsmanagern zum Anfassen und Herausfordern, die uns mittlerweile ausmacht.

Redaktion FondsTrends: Herr Strørup, was ist neu am diesjährigen NIMF?

Mikkel Strørup (Sparinvest): Neu sind natürlich die Themen, die in diesem Jahr angesprochen werden. Und weil die Fondsmanager persönlich nach Luxemburg kommen, um ihre Ideen zu präsentieren sind aktuelle und interessante Diskussionen garantiert. Was dabei beim Alten bleibt ist der Fokus auf Qualität statt Quantität. Es werden keine Fonds-Pitches gemacht, sondern inhaltlich diskutiert. Dieses Jahr werden wir außerdem versuchen, einen Repräsentanten der Luxemburgischen Regierung einzuladen, der etwas über die gut funktionierende Zusammenarbeit der nordischen Länder mit dem Großherzogtum sagt.

Redaktion FondsTrends: Wie haben sich die nordischen Länder seit dem letzten NIMF 2016 entwickelt?

Mike Judith (DNB): Ausgesprochen gut, muss man sagen. In Norwegen zum Beispiel wird das BIP-Wachstum in diesem Jahr voraussichtlich um die 1,7% betragen. Schweden bleibt äußerst stark mit geringer Arbeitslosigkeit, guter Konsumentennachfrage und rekordhohen, positiven Ständen beim Einkaufsmanagerindex. Auf der Zinsseite herrscht allerorten weiter Vorsicht, eine Zinserhöhung zum Beispiel durch die Schwedische Reichsbank sehe ich allerdings frühestens in einem Jahr. Schweden könnte aber dem Beispiel der EZB folgen und den Einstieg in den Ausstieg aus dem Anleiheaufkaufprogramm Ende des Jahres wagen. Insgesamt also positive Signale.

Redaktion FondsTrends: Herr Strørup, wie hat sich das Investmentklima denn in Ihrem Heimatland Dänemark entwickelt und worauf freuen Sie sich beim NIMF ganz persönlich?

Mikkel Strørup (Sparinvest): Dänemarks feste Wechselkurspolitik ist in den letzten Jahren unter Druck geraten. Besonders Anfang 2015, als viele Spekulationen über eine Aufwertung der Dänischen Krone gegenüber dem Euro aufkamen. Mit Dänemarks großem und anhaltenden Handels- und Bilanzüberschuss spekulierten viele, dass die Krone das gleiche Schicksal wie den Schweizer Franken ereilen könnte: Dass nämlich die Bindung an den Euro aufgegeben werden muss und in der Folge eine massive Aufwertung passiert. Dänische Hypothekenanleihen haben von diesen Erwartungen profitiert, was im Ausland auch bemerkt wurde, denn wir haben in den letzten Monaten ein sehr großes Interesse an den dänischen Hypothekenanleihen festgestellt. Und der dänische Aktienmarkt hat im ersten Halbjahr 2017 mehr als 14% Rendite erzielt.

Ich freue mich beim diesjährigen NIMF besonders auf die Paneldiskussion, wo man so richtig die ungefilterten Gedanken der Portfoliomanager zu hören bekommt. Es ist immer live, aktuell und auf einem sehr hohen Niveau.

Redaktion FondsTrends: Herr Judith, Sie sprachen davon, dass es in Skandinavien konjunkturell gut läuft. Welche aktuellen Entwicklungen machen die Nordics ganz konkret für Investoren interessant?

Mike Judith (DNB): Yield Pickups in den vermeintlichen Nischen. Bevor ich mich als Investor hoch riskanten Emerging-Markets-Investments in Lokalwährung widme, sollte ein Off-Benchmark-Investment in den Nordics näherliegen. Entweder werden direkt nordische Anlageklassen wie Aktien, Anleihen unterschiedlichen Risikogrades oder Immobilien nachgefragt oder aber globale Assetklassen mit nordischer Investmentphilosophie. Mir ist zu Ohren gekommen, dass einer der besten global anlegenden Tech-Aktienfonds in Norwegen verwaltet wird. Warum in die Ferne schweifen? Als Europäer kann ich den lohnenswerten Blick in den Norden empfehlen.

Redaktion FondsTrends: Welchen konkreten Mehrwert können die Besucher erwarten, wer wird kommen?

Mikkel Strørup (Sparinvest): Die Besucher bestehen aus Fondsselektoren, die in Luxemburg oder der näheren Umgebung ansässig sind. Die Besucher bekommen einen Blick hinter die Kulissen geboten, indem die Manager aufgefordert sind, auf einem hohen Niveau ihr Investment-Konzept zu erklären. Also zum Beispiel, warum man Value und Small-Cap-Faktoren auch in schlechten Zeiten zielstrebig und konsequent verfolgen kann, und wie man sich als Value-Manager definiert.

Redaktion FondsTrends: Eine persönliche Frage zum Schluss: Gerade Deutsche sind verrückt nach nordischen Krimis und TV-Serien. Können Sie Ihren aktuellen Lieblingskrimi/Ihr Lieblingsbuch nennen?

Mike Judith (DNB): Ich lese eigentlich weder Kriminalromane, noch schaue ich mir TV-Serien an. Aber der „Headhunter“ von Jo Nesbø, ein Geschenk eines befreundeten Norwegers, hat mich nicht zuletzt wegen des Handlungsortes Oslo wirklich gefesselt. Ansonsten lese ich aktuell „Thinking, Fast and Slow“ von Daniel Kahneman und einen Paul Auster Roman nach anstrengenden Arbeitstagen.

Mikkel Strørup (Sparinvest): Hier weiß ich fast gar nicht, wo ich anfangen soll – ich lese und schaue so viel ich kann. Für den Sommer habe ich mir das neuste „Harry Hole-Buch“, auch von Jo Nesbø, vorgenommen, so wie ich andere Sommerurlaube mit Stieg Larssons Trilogie verbracht habe. Im Herbst kommt dann immer eine gute dänische Fernsehserie, sei es Borgen, Die Brücke oder Forbrydelsen (Das Verbrechen).

07. August 2017

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Mike Judith

Mike Judith arbeitet im Asset Management der größten norwegischen Bank DNB und leitet den internationalen Vertrieb. Bevor er 2010 zu DNB Asset Management kam, betreute er institutionelle Investoren bei der amerikanischen Privatbank Brown Brothers Harriman. Seit 2007 doziert er für die Frankfurt School of Finance & Management.

Autor

Mikkel Strørup

Mikkel Strørup kam 2013 zur Sparinvest. Seit 2015 ist er als Regional Director mit verantwortlich für den internationalen Fondsvertrieb, insbesondere für die institutionellen Kunden in Luxemburg, der Schweiz, Großbritannien und Asien. Mikkel kommt aus dem Handels-, Ausbildungs- und Tourismussektor und hat in Luxemburg, Dänemark und Spanien gearbeitet. Hauptsächlich tätig war er in China, für dessen Sprache, Kultur und Wirtschaft er sich besonders interessiert. Mikkel spricht zehn Sprachen und ist seit 2011 im Finanzsektor tätig. Kommunikation und Kundenbetreuung liegen ihm besonders am Herzen, was u.a. seiner Ausbildung in Sozialwissenschaften geschuldet ist.

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