„Erfolgreiche Therapien führen unabhängig vom Konjunkturverlauf zu hohem Wachstum“

 

Seit über 25 Jahren spezialisiert sich die in Gräfelfing bei München ansässige Fonds-Boutique Medical Strategy GmbH auf kleine und mittelgroße Unternehmen aus dem Biotechnologie- und Pharmabereich. Mit einem verwalteten Vermögen von rund 700 Mio. EUR managt das Unternehmen u.a. die Aktienfonds „MEDICAL BioHealth“ und „RIM Global Bioscience“. Die in Düsseldorf ansässige Apo Asset Management GmbH, kurz apoAsset, konzentriert sich seit 1999 auf Medizintechnik, Digitale Gesundheitstechnik und Dienstleister. Mit einem verwalteten Anlagevermögen von rund 3,1 Mrd. EUR ist im Aktienbereich vor allem der „apo Digital Health“-Fonds das Flaggschiff des Unternehmens. FondsTrends sprach mit Gilberto Mei, Vertriebsdirektor der Apo Asset Management, und Jürgen Harter, geschäftsführender Gesellschafter der Medical Strategy, über Synergien im Gesundheitsinvestment sowie Resistenz und Resilienz des Healthcare-Sektors.

FondsTrends: Herr Harter, Herr Mei, im Januar dieses Jahres erwarb apoAsset eine Sperrminorität von 25,1% an Medical Strategy. Bei globalen Gesundheits-Investments sind beide Unternehmen allerdings schon seit 2005 Partner und verwalten gemeinsam den (mehrfach ausgezeichneten) Aktienfonds „apo Medical Opportunities“. Was gab den entscheidenden Ausschlag für die Schachtelbeteiligung?

Gilberto Mei: Wie Sie bereits sagen, kennen wir Medical Strategy seit 2005 als Partner für den gemeinsamen Aktienfonds. Die ausgezeichnete wissenschaftliche Expertise und interdisziplinäre Aufstellung der Kollegen, besonders in den Bereichen Medizin, Pharmakologie und Molekularbiologie, hatte sich in den track records der beiden hauseigenen Fonds seit Auflage widergespiegelt. Im Juni 2017, dem Megatrend Digitalisierung in der Gesundheitsbranche folgend, legten wir dann unseren Digital Health-Fonds auf. Dabei steht vor allem der Aspekt der Effizienz durch Digitalisierung im Vordergrund: Neben potenziellen Wachstumstreibern wie Wireless Health und Mobile Health gilt es zu beachten, dass bislang rund 80% der Kosten im Gesundheitswesen auf Leistungserbringung und Administration entfallen. Allein in Deutschland bedeutet das ein Einsparpotenzial von immerhin 34 Mrd. EUR im vergangenen Jahr. Die Transformation in diesem Bereich ist noch jung, das Potenzial enorm. Der Zeitpunkt für eine Beteiligung erwies sich daher als der richtige – sowohl die Entwicklung unserer Fonds als auch erneute Auszeichnungen zu Beginn dieses Jahres haben uns in dieser Entscheidung bestätigt.

FondsTrends: Gemeinsam bilden Sie das Spezialisten-Team für Healthcare-Expertise im Investmentbereich. Erläutern Sie unseren Lesern doch kurz, worin diese Expertise (und die Synergie, aus der sie hervorgeht) besteht.

Jürgen Harter: Mit über 20 Fondsmanagern, wissenschaftlichen Beratern und Marktanalysten bilden wir das größte deutsche Spezialisten-Netzwerk für globale Gesundheitsfonds. Medical Strategy hat es sich seit der Gründung zur Aufgabe gemacht, Unternehmen aus dem Gesundheitsbereich aus einer wissenschaftlichen Perspektive zu analysieren. Wir verfügen über ein multidisziplinäres Team aus Medizinern, Pharmakologen und Molekularbiologen, aber auch Kapitalmarktspezialisten sowie einen hochkarätigen wissenschaftlichen Beirat. Dieses ausgeprägte Knowhow ermöglicht uns auf wissenschaftlicher und anlagerelevanter Ebene ein intensives Verständnis für tatsächliche Innovationen – denn nur Therapien mit hohem Zusatznutzen ermöglichen in unserem Bereich kontinuierliches Wachstum. Kombiniert man dieses Spezialwissen mit der Expertise von apoAsset insbesondere im Bereich der (digitalen) Gesundheitstechnik, lassen sich enorme Synergien mit nachhaltiger, weil langfristiger Mehrwertentwicklung für unsere Investoren erzielen.

FondsTrends: Derzeit droht Deutschland in eine Rezession zu verfallen, Produktions- und Exportzahlen haben einen zehnjährigen Niedrigstand erreicht. Währenddessen scheint der Handelskrieg zwischen den USA und China in vollem Gange und auch bei den Investitionen im Biotech-Bereich hinterlässt die Unsicherheit vor dem Brexit bereits Spuren. Der medizinische Bedarf galt bislang als Garant für die Krisenresistenz des Healthcare-Sektors – droht nun dennoch der konjunkturelle Abschwung?

Jürgen Harter: Gänzlich gefeit ist man vor konjunkturellen Schwankungen nie. Für die relative Krisenresistenz des Healthcare-Sektors hingegen ist schlicht die Notwendigkeit medizinischer Versorgung – Ausgaben für Gesundheit können im Bedarfsfall nicht einfach reduziert werden – maßgeblich. Entsprechend konzentrieren wir uns in der Analyse auf die Innovationsstärke der Unternehmen. Neue erfolgreiche Therapien gegen schwerwiegende Erkrankungen führen unabhängig vom Konjunkturverlauf zu hohem Wachstum.

FondsTrends: Trotz (oder gerade ob) der guten track records – sind für die nahe Zukunft vielleicht noch weitere, auch gemeinsame Produkte oder weitere Übernahmen von Mandaten geplant?

Jürgen Harter: Wir sind hier völlig offen für sinnvolle Produkte, die nachhaltig erfolgreich sind. Gerade in einer Zeit, in der passive Strukturen wie ETFs eine hohe Konzentration in Large Caps bilden, sehen wir insbesondere bei kleineren Unternehmen, die undercovert sind, hohe Potenziale. Hier finden sich gerade in marktbedingten Korrekturen besonders viele Opportunitäten, die der strategische Investor für sich nutzen kann.

FondsTrends: Herr Mei, gemeinsam mit Herrn Harter werden Sie beim kommenden Investment & more-Kongress zum Thema „Innovative Therapien und Digitalisierung im Gesundheitsmarkt“ sprechen. Können Sie uns vorab bereits etwas zum Inhalt des Vortrags verraten?

Gilberto Mei: Wir betrachten Digital Health als einen mächtigen, sich in der Zukunft weiter ausweitenden Markt, dies global. Die Digitalisierung schreitet in allen Wirtschafts- und Gesellschaftlichsbereichen unaufhörlich voran. Hier gilt es, auf Digital Health bezogen das Sinnvolle vom Modischen, Kurzlebigen zu scheiden. So übt die Digitalisierung im Gesundheitswesen in den entwickelten Wirtschaften einen notwendigen Druck zur Linderung der Kosten im Gesundheitswesen aus, in den Schwellenländern wird, wie derzeit zu beobachten, unmittelbar mit den modernsten Techniken im Gesundheitssektor investiert bzw. gewirtschaftet. Insofern handelt der Vortrag insbesondere auch sowohl über die subjektiv oft schleichende Digitalisierung unseres Alltags als auch die Notwendigkeit, durch Digitalisierung die Kosten des Gesundheitswesens „im Griff“ zu behalten und gleichzeitig als Investor davon zu profitieren.

FondsTrends: Welche Erkenntnis, welche Reaktion, welche Konsequenz erhoffen sich apoAsset und Medical Strategy vom diesjährigen Investment & more-Kongress?

Jürgen Harter: Natürlich erhoffen wir uns zunächst eine lebhafte Resonanz zu unserem Thema und den vorgestellten Produkten. Neben konkreten Innovationen, beispielsweise neue Therapieformen in der Onkologie, sollen aber auch strukturelle Entwicklungen angesprochen werden: Hier zeigt sich z. B. ein Trend in Richtung Arbeitsteilung zwischen kleinen innovativen Arzneimittelentwicklern einerseits und Multis, die sehr vertriebsstark sind. So ist gerade auch die hohe M&A-Aktivität ein interessanter Gradmesser.

FondsTrends: Angesichts der naheliegenden Synergie zwischen Apo Asset Management und Medical Strategy – wo sehen Sie die Kooperation in fünf Jahren?

Gilberto Mei: Wir werden sicherlich in unserer Kooperation sowohl auf der Asset- Management-Ebene als auch in der vertrieblichen Ausrichtung eine sich weiter vertiefende Zusammenarbeit sehen. Wann immer Möglichkeiten einer sinnvollen Zusammenarbeit gegeben sein werden, werden wir diese verstärkt nutzen. Die aktuellen gemeinsamen Aktivitäten bei „Investment & more“ sind der aktuelle Ausdruck dessen.

FondsTrends: Herr Harter, Herr Mei, wir danken Ihnen beiden für das interessante Interview und wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg!

20. August 2019

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17. Investment-Kongress

Auf dem 17. Investment-Kongress von „Investment & more“ werden Ihnen Jürgen Harter, Geschäftsführer von Medical Strategy, und Gilberto Mei, Vertriebsdirektor bei Apo Asset Management, zwei besonders erfolgreiche Fondsstrategien aus dem Gesundheitssektor erläutern. Melden Sie sich hier an.

Autor

Jürgen Harter

Jürgen Harter ist Geschäftsführender Gesellschafter bei der in Gräfelfing bei München ansässigen Medical Strategy GmbH, einer der führenden, unabhängigen Healthcare-Investmentberater Europas. Das Unternehmen konzentriert sich ausschließlich auf das Management und die Beratung von Aktienportfolios aus dem Gesundheitsbereich und wurde vielfach ausgezeichnet. Jürgen Harter startete seine Karriere 1980 bei der Stadtsparkasse Augsburg und war anschließend als Vermögens- und Anlageberater bei der National Westminster AG und der Apotheker- und Ärztebank eG tätig. 1998 wechselte er ins Marketing der Lacuna Fondsverwaltung, im Jahr 2000 dann zu Medical Strategy, wo er seit 2007 als Geschäftsführer fungiert und für Finanzen, Aufsicht und Recht, Vertrieb sowie Marketing zuständig ist.

Autor

Gilberto Mei

Gilberto Mei ist seit beinahe drei Jahrzehnten in allen wesentlichen Facetten des Wertpapiergeschäfts zu Hause.
Zu seinen beruflichen Stationen zählen die Dresdner Bank, DekaBank, apano GmbH und seit fast acht Jahren bei Apo Asset Management GmbH.
Dies umfasst neben dem traditionellen Investmentgeschäft auch den Bereich Hedge-Fonds als auch das Segment Spezialfonds und
damit verbunden Sales- und Betreuungstätigkeit in den Privat- und Institutionellen Geschäftsfeldern.

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