Kryptische Kryptoassets - Erwerb, Verwahrung und Risiken

„Eine erstaunliche Erfindung. Aber wer sollte sie jemals benutzen wollen?“

(US-Präsident Rutherford B. Hayes (1822–1893), Kommentar zum ersten Telefon)

So ähnlich wie der amerikanische Präsident Hayes im vorgenannten Zitat dem Telefon skeptisch gegenüberstand, fragen sich viele Investoren, ob Kryptowährungen eine Modeerscheinung sind oder sich nachhaltig in unserer Gesellschaft etablieren werden.

Was sind überhaupt Kryptoassets?

Blockchain ist eines dieser Schlag- oder Wunderwörter, das derzeit für viel Aufregung in der Technologiewelt sorgt. Die Technologie könne die Finanzwelt umkrempeln, hört man da oft. Eine Blockchain ist ein dezentrales Bezahl- und Vertragssystem, ein Netzwerk von Nutzern verwaltet die Transaktionen ohne das Mitwirken von Anwälten, Banken oder Behörden. Die Kryptowährung Bitcoin basiert beispielsweise auf der Blockchain-Technologie. Wir geben Ihnen mit diesen Zeilen einen Überblick über den Erwerb, die Verwahrung, die Risiken sowie einen Ausblick zu Bitcoin & Co.

Wie können Sie Kryptowährungen direkt erwerben?

Dies kann grundsätzlich über drei Möglichkeiten erfolgen:

  • Schenkung – „lass es mich tun, und ich werde es verstehen“
    Durchaus findet man im Freundes- oder Bekanntenkreis Eigentümer von Kryptowährungen, die oftmals bereit sind, eine kleine Menge zu Testzwecken zur Verfügung zu stellen.
  • Mining – das „Handwerk“ im Kryptobereich.
    Mit der notwendigen Hardware und technischen Know-how verschafft man sich Zugang zu den Krypto-Einheiten. Allerdings ist dieser Bereich mittlerweile professionalisiert und aus ökonomischer Sicht nur mit großen Investitionen durchführbar.
    Siehe auch hydrominer.org
  • Kaufen – Sie können in Krypto-Stores, Bitcoin-Automaten, von anderen Personen „over the counter“ (OTC) oder Börsen wie kraken.com Kryptowährungen kaufen.

 

Bitcoin Automat in der Falcon Private Bank Ltd. in Zürich

Bitcoin Automat in der Falcon Private Ltd. in Zürich

Wie werden Kryptowährungen indirekt erworben?

Gibt man „Crypto Currency Fund” in Google ein, erhält man über 14 Millionen Einträge. Effektiv investierbar sind für europäische Investoren allerdings nur ganz wenige Produkte und diese sind meist offshore domiziliert. Allerdings stehen viele Manager in den Startlöchern, um Fonds zu lancieren und die Fondsindustrie könnte einen wahren Boom mit Crypto Fonds erleben. Im Bereich der unregulierten Fonds wie Hedge Fonds, RAIF`s und ähnlichen gibt es bereits erste Vorzeigeprodukte. Wir gehen davon aus, dass auch im regulierten Fondsbereich in naher Zukunft einige Produkte auf den Markt kommen werden.

Wie werden Kryptowährungen verwahrt?

Wie auch bei jedem anderen Vermögenswert, ist eine sichere Verwahrung essentiell. Durch die dezentrale Struktur von Kryptowährungen können diese auch selbstständig und abseits jeglichen Zugriffes durch Dritte verwahrt werden. Sie benötigen ein Wallet (Geldbörse) und einen privaten Sicherheitsschlüssel (meist eine mnemonische Wortfolge), um Zugriff auf das Wallet zu haben.

Hydrominer

Hydrominer

 

  • Hot Storage – bezeichnet die Verwahrung auf Geräten die mit dem Internet verbunden sind. Diese Form der Verwahrung hat den Vorteil, dass man jederzeit und schnell auf die Werteinheiten zugreifen kann. Der Nachteil ist die leichte Kompromittierung durch mögliche externe Zugriffe aus dem Netz.
  • Broker-, Börsenverwahrung – einige Investoren lassen ihre Bestände direkt nach dem Kauf bei der jeweiligen Börse liegen. Dies hat den Vorteil der leichten Handelbarkeit. Allerdings gehen die Investoren mit dieser Form der Verwahrung ein sehr hohes Gegenparteienrisiko ein. Als Beispiel sei hier die Tauschbörse Mt. Gox zu nennen, welche 2014 Insolvenz anmeldete. Auch bietet sich diese Form der Verwahrung nur für Investoren an welche kaum Zahlungsverkehrstransaktionen mit ihren Werteinheiten durchführen möchten.
  • Cold Storage – dies ist eine sehr sichere Form der Verwahrung: der private Schlüssel wird auf Speichergeräten ohne Internetverbindung gelagert. Für den alltäglichen Gebrauch mit Zahlungsverkehrstransaktionen aber weniger geeignet, da der Zugriff aufgrund der nicht vorhandenen Internetverbindung länger dauert.
  • Hardware Wallet – einige Anbieter bieten spezielle Hardwaregeräte an, ähnlich eines USB-Sticks, welche die Cold Storage Verwahrung unterstützen. Eine sichere Form der Verwahrung, vor allem für größere Bestände.
  • Bankverwahrung – mittlerweile bieten einige ausgewählte Banken die Verwahrung von Kryptoassets an. Dies hat für Kunden den Vorteil der sicheren Bankverwahrung mit allen Haftungsübernahmen der jeweiligen Bank. Gerade im Asset Management bietet sich eine solche Verwahrform an, um einen Gesamtüberblick über alle Assets (Aktien, Anleihen, Kryptowährungen,…) zu erhalten und um den regulatorischen Anforderungen Genüge zu tun.
  • Paper Wallet – hier wird der private Schlüssel auf einem Papier verwahrt. Ähnlich wie die Verwahrung von Goldbeständen im eigenen Haus hat diese Form der Verwahrung Vorteile und Nachteile.

 

Risiken

„Wer nichts waget, der darf nichts hoffen.“

(Friedrich Schiller (1759-1805), deutscher Dichter)

Liquiditätsrisiken, Kursrisiken, technische Risiken, Settlementrisiken, Gegenparteienrisiken, rechtliche Risiken, steuerliche Risiken, usw.
Man könnte ein ganzes Risikomanagement-Handbuch mit den Risiken von Kryptoassets befüllen. Hier möchten wir auf zwei Risiken besonders hinweisen:

  • Die Blockchain-Technologie verändert die Art und Weise, wie wir untereinander Geschäfte machen. Wir sehen es als großes Risiko an, wenn sich Personen, Institutionen, Firmen als auch staatliche Einrichtungen nicht eine fundierte Meinung zur Blockchain-Technologie bilden. Dies würde zwangsläufig zu einem nachteiligen Geschäftserfolg beitragen.
  • Schützen Sie Ihren privaten Schlüssel – eine unsichere Verwahrung dieses Schlüssels sehen die Autoren in der Praxis als eines der größten Risiken.

Kryptoassets – kurzweilige Zeiterscheinung oder ernstzunehmendes Zahlungsmittel?

Blockchain ist längst nicht nur in der Finanzwelt ein Thema, vielmehr beeinflusst die Blockchain-Technologie viele Bereiche der Wirtschaft und Gesellschaft: Herkunftsidentifikation von Nahrungsmittel, Verwaltung von Gesundheitsdaten und behördlichen Daten bis hin zu Firmen eigenen Blockchainsystemen für Patente, Verträge und Transaktionen.

Kryptoassets wie Bitcoin sind nur ein kleiner Teil dieser Blockchain-Technologie. Ob sich nun Bitcoin & Co langfristig durchsetzen können ist schwer abzuschätzen, die Blockchain hingegen hat sich bereits etabliert.

Kryptoassets bieten einen leichten Zugang um in die Welt der Blockchain einzutauchen. Suchen Sie sich eine von den großen Kryptowährungen aus (www.coinmarketcap.com), investieren Sie einen kleinen Betrag, eröffnen Sie ein Wallet und führen danach Transaktionen durch. Sie werden sehen: „Lass mich es tun, und ich werde verstehen.“

Was denken Sie? Kryptowährungen werden….

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30. März 2018

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Autor

Harald Steinbichler

Harald Steinbichler ist geschäftsführender Gesellschafter bei axessum GmbH und zuständig für die Bereiche Investment und Consulting.

Autor

Michael Marcovici

Michael Marcovici ist Co-CEO von HydroMiner IT-Services GmbH, langjähriger Investor im Bereich von Internet Domänen und Kryptowährungen.

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